Immer wieder wird der Tod der physischen Werbung zugunsten der Online-Werbung vorhergesagt.
Tatsächlich haben Google und andere Cyberfirmen ihre ganze Existenzgrundlage darauf aufgebaut.
Dass dies jedoch nicht wirklich zutrifft zeigen zwei aktuelle Beispiele.
Das Plakat zur Minarettinitiative muss nicht weiter vorgestellt werden. Eine eizige Grafik mit einem einzigen Wort “Stopp” reichte für den Sieg aus.
[Damit wurde der Rechtsextremismus plötzlich salonfähig. Ideenlose Wendehals-Politiker aller Schattierungen hüpften schnurstracks - Wählerzulaf witternd - auf die Anti-Schiene und schlugen allerlei weitere obstruse Verbote vor. W-a-r-u-m wählen wir diese Dilettanten überhaupt?]
Zurück zum Plakat: Plakativität in Reinkultur. Garniert wurde die PR-Meisterleistung mit der dem Plakat umhüllenden Kontroverse. Jede Meinung dazu, jede Entscheidung einer Gemeinde oder Kanton über dessen Zulassung kam umgehend in die Schlagzeilen. Eine Gratiswerbelawine ohne Ende. Klassisch-genial! (aus Werber-Sicht)
Alle langwierigen, wortreichen Blablabla-Ausführungen der intelektuell-gegnerischen Wortführern verpufften wirkungslos gegen diese simple Symbolik. Das Plakat brauchte keine Erklärung und keine Argumente. Jeder konnte selbst seine Meinung dazu bilden.
Das ist erfolgreiche Werbung!
Mein zweites Beispiel ist die im Sommer lancierte Kebab-Ali-Kampagne. Ein Bild mit “Coming Soon” reichte, um die Neugierde der Bevölkerung und Presse auf sich zu ziehen. Das Folgeinserat hast du sicher auch schon gesehen:

Das zweite Ali-Kebap-Plakat
Gegen abertausenden von anderen wirkungslosen Plakaten mit abermillionen von nutzlos-verpufften Werbegeldern hat dieses Plakat die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Fazit: Die physische Werbung ist noch lange nicht tod. Man muss sie nur richtig einsetzen können.
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