Ich bin’s gewohnt, dass ich in Geschäften und am Schalter schnell bedient werde.
Verwöhnt, halt.
Zweige der Eidgenossenschaft beherrschen die hohe Kunst der effizienten Kundenbedienung perfekt: Post, Swisscom, und Amtsstellen wie das Strassenverkehrsamt, Einwohneramt oder Polizei arbeiten oft fast erschreckend flink.
Ganz anders manchmal in der Privatwirtschaft.
Erstaunlich, nicht?!
Denn vom Staatsmoloch erwarte ich Trägheit und Ineffizienz. Vom Privaten Dynamik und Verkaufswilligkeit.
Verkehrte Welt!
Heutiger Fall: Digitec. Dieser Anbieter im Konsumelektronik und Computermarkt führt eine Handvoll Filialen. Diese wirken auf den ersten Blick jung und futuristisch. Beim Eintritt: Nummernziehen wie bei der Post. Dabei gibt es verschiedene Nummersorten. V für Verkauf. Nebst weitere. Das Verkaufspersonal: Meist jung. 20, schätzungsweise? Überdimensionierte Ladenfläche. Modern. Schöner Holzboden. Eine Wand mit Riesenfernseher. Einige interaktive gläserne Tischflächen mittig mit Digicams. Konsum pur.
Dann die Warterei. ÖDE. Das Personal ist nett – aber träge. Träge – träge. Energielos. Nur keine Hetze. Plaudern. Am PC töggeln. Der Kunde kann ja warten. N u r k e i n e H e t z e!
Ich hatte mich vor zwei Jahren in eine Filiale geirrt und habe mir danach gesagt: Nie wieder. Heute passierte mir dieser Fehler dummerweise wieder. Würg.
20 Minuten an einem Donnerstag morgen auf Bedienung warten – dann gab ich auf. Ich hatte gerade die 20 Minuten durchgelesen, die herumlag. Treffend.
Meine Parkuhr war eh abgelaufen aber meine Nummer noch lange nicht dran. Haben denn die anderen Wartenden soviel Zeit? Müssen sie nicht arbeiten gehen oder sonstwas machen???
Eine halbe Stunde für eine Audienz erinnert mich an die 90′er, als es Eschenmoser und Vobis und wie sie alle hiessen gab. Vollgerammelt mit kaufrünstigem Volk. Sowas gibts in unserer vernetzten Welt schon lange nicht mehr.
Bin gespannt, wie lange es Digitec noch geben wird…